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Grossglockner; ein Wink des Universums

Die Nada Kroniken, lieferung 51

© Hans Brockhuis 2008

Übersetzung: Renate Korthof

Running Fox Home

Letzten Sommer waren wir in Österreich. Ausser einen Besuch von Freunden konnten wir auch die unendliche Schönheit der Alpenlandschaft geniessen. Jeder, der einmal dort war, wird bestätigen, dass dieses Land seine atemberaubende Pracht in für uns Flachländern vielen Höhepunkten zur Schau stellt. Allerdings muss man, um den Gipfel zu erreichen, immer erst durch ein Tal. Die Reise geht – genauso wie unsere Reise durch das Leben – bergauf und bergab, hinauf und hinunter, sich drehend und wendend, bis wir schliesslich imstande sind, um in grosser Höhe die Aussicht zu geniessen, um genau die eine Alpenblume zu erreichen, die so verführerisch ihre Farben und ihren Duft verbreitet, aber noch immer schier unerreichbar ist.

Können wir diese Wanderung steuern oder bereitet das Universum uns diesen Weg, ohne dass wir daran etwas tun können? Sind wir imstande, unser Durchsetzungsvermögen einzusetzen, um das zu erreichen, wonach wir streben, ohne die Grenzen der Gefahr zu überschreiten? Ist es uns möglich, um DEN Weg zu wählen, der uns zum Gipfel führt, oder müssen wir so ab und zu einen Wink des Universums einstecken, sodass wir die Möglichkeit haben, um eine Stufe zu erklimmen dahin, wohin wir alle unterwegs sind?

Ich will euch auf diese Reise von Sonntag 17. August 2008 mitnehmen. Am Vortag waren wir in Kaprun, bekannt vom Seilbahnunglück vom 11.November 2000, wobei 155 Menschen aus Österreich, Deutschland, Japan, Amerika, Slowenien,den Niederlanden, England und Tschechien ums Leben kamen. Nur 12 Menschen überlebten diese abscheuliche Katastrophe. Das Unglück geschah in einem Wagen der Drahtseilbahn mit steilem Gefälle in einem Tunnel der Gletscherbahn 2 zum Kitzsteinhorngletscher.

Zum Gedenken an die Opfer hat man gegenüber der Bahn ein beeindruckendes Monument gebaut. Die Gedenkstätte vermittelt den Eindruck, dass man in einem Tunnel ist. Der Tunnel ist mit kleinen Nischen mit Glasmalerei- Fenstern ausgestattet. Eine Nische für jedes Opfer mit Name und Geburtsdatum. Viele Angehörige haben die Nischen mit Fotos von den Opfern bestückt. Am Ende dieses Tunnels gibt es ein Fenster mit Aussicht auf die Schienen der Seilbahn mit Blick auf den Tunnel.

Annie und ich waren einige Zeit dort. Wir haben alle Porträts gesehen und die Namen der Opfer gelesen und waren sehr beeindruckt von dem Grauen, das im Tunnel geherrscht haben muss. Annie verglich diese Schrecken sogar mit denen vom Konzentrationslager in Mauthausen, wo wir vor Jahren gewesen waren.

Die Botschaft von diesem ergreifenden Monument ist eine der Bescheidenheit. Wir Menschen sind imstande, um triumphale technische Höchstleistungen zu vollbringen, aber die andere Seite der Medaille zeigt, dass unser Streben, um die Natur zu besiegen, nicht immer auf einen Triumph hinausläuft, sondern dass so hin und wieder ein abscheulicher Preis bezahlt werden muss.

Einige Seelen, die das mitgemacht haben und die ihre irdische Reise so plötzlich unterbrechen mussten oder wollten, arbeiten nun vielleicht wohl an den Möglichkeiten, um die Menschheit davon zu überzeugen, dass es gut wäre, um mehr in Übereinstimmung mit der Natur zu bauen anstatt die Natur unterdrücken zu wollen, und egal zu welchem Preis das durchsetzen zu wollen, was eigentlich nicht sein sollte, aus welchem Grund auch immer.

Wir schreiben also Sonntag, den 17. August 2008 und fahren über die Mautstrasse zum Grossglockner, dem höchsten Berg Österreichs. Dieser prächtige Berg ist 3798 m hoch; ein Foto davon ist am Anfang zu finden.

Ich will euch mitnehmen zu etwas, was sich auf der Anhöhe dieses Berges abspielte, als wir mit dem Auto dahin unterwegs waren. Auf einmal, nur wenige Augenblicke bevor wir da waren, hatte ein bergabwärtsfahrender Motorradfahrer die Herrschaft über sein Fahrzeug verloren und sich in die Seite eines bergaufwärts fahrenden PKWs gebohrt. Es gab zwei Opfer, um die andere sich kümmerten, aber Annie war imstande, die Betroffenen mit Wasser und etwas zu essen zu versorgen. Während des Wartens auf Polizei, Rettung und andere Rettungsdienste konnten jemand anderer und ich Hilfe leisten, indem wir mit den gelben Westen, die nun Pflicht sind, den Verkehr regelten, weil nur ein Fahrstreifen frei war und der Unfall sich ausser Sichtweite des talwärts fahrenden Verkehrs in einer scharfen Kurve ereignet hatte.

Ungefähr eine Stunde lang liessen wir also abwechselnd den bergwärts- bzw.talwärts fahrenden Verkehr die Unglücksstelle passieren. Es gab ein äusserst merkwürdiges und besonderes Gefühl, imstande zu sein, um jeden, mit Ausnahme eines ‚Spassvogels‘, der das Warndreieck total kaputtfuhr, durch meine Anweisungen vom Ernst der Situation zu überzeugen.

Wie auch immer: alles ging soweit gut und als die Verwundeten ins Krankenhaus abtransportiert waren und das Mottorrad und das Auto weggeschleppt waren, setzten wir ‚wohlgemut’ unsere Reise in grosser Höhe fort zur Passhöhe, die sich ungefähr zehn km und 900 Höhenmeter weiter oben befand....um dann zu entdecken, dass ca. 100 m vor dem höchsten Punkt ein Radrennfahrer gestürzt war und verdächtig still am Boden lag. Die Geschichte wiederholte sich also und wieder standen wir da geraume Zeit auf einem hohen Berg in einem „fremden“ Land, um den Verkehr zu regeln, diesmal zusammen mit einer jungen Frau aus Deutschland. Hilfe vom Trauma- Helikopter war innerhalb von 20 Minuten zur Stelle und nicht lange danach sassen Annie und ich im Restaurant daneben, um uns etwas zu erholen.

Rückblickend ist es merkwürdig zu erkennen, dass wir nie wissen werden, was aus den Verletzten geworden ist. Wir waren da, taten was getan werden musste und das war es. Was war die Botschaft, die das Universum hier für uns bereithielt? Warum waren gerade wir bei zwei verschiedenen Vorfällen, die räumlich und zeitlich so dicht beieinander lagen, zur Stelle, um Hilfe zu leisten? Hätten wir nicht selber den Motorradfahrer IN unserem Auto „begrüssen“ können, wenn wir eine Minute früher zur Stelle gewesen wären? Mit allen dementsprechenden Folgen für unsere Gesundheit? War es die Absicht, die Möglichkeit zu haben, um früher aufgebautes Karma durch unsere Hilfestellung abzutragen? Wer weiss das schon.

War das die ganze Geschichte?... aber nein, es gibt noch ein Nachspiel. Einige Minuten, nachdem Annie die bekannte Aussprache getan hatte, dass aller guten Dinge drei sind, fiel sie von einer hohen Stufe und verstauchte ihren linken Knöchel. Nicht, dass diese Verletzung mit denen der Opfer davor vergleichbar wäre, konnte und kann sie doch noch immer nicht gut laufen. Noch immer ist ihr Knöchel blau und geschwollen, und hier sieht man mal wieder, dass man vorsichtig sein muss mit dem, was man sich wünscht, denn in diesen Tagen von gehobenem Bewusstsein wird das, was man kreiert, oft rasendschnell Realität....