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Die Nada Chroniken, Teil 21

© 2003 ‘Running Fox’
Übersetzung: Gertrud M. Althusen

Running Fox Home

 

 

Hinter dem Fluss

Von Hans Brockhuis



Du läufst durch den Wald. Manchmal ist es warm, manchmal ist es kalt. Du läufst auf nackten Füssen, manchmal ist der Boden hügelig. Steine liegen auf dem Weg und es scheint, als ob die Spur verschwunden sei. Doch ist es von Zeit zu Zeit auch wunderschön auf dem Weg, dann ist der Weg voll Moos und hier und da Blumen, und hörst die Vögel wunderliche Lieder singen.

Du trägst einen Rucksack. Darin sind 3 Dinge. Das erste ist Essen, denn es könnte ja sein dass Du unterwegs kein Essen finden kannst. Das zweite sind Stiefel, für den Fall, dass der Weg glitschig ist, vol Dornengestrüpp, damit Du Deine Füsse schützen kannst.

Das dritte, die schwerste Last, die Du mit Dir trägst, ist Deine Vergangenheit. Manche Dinge Deiner Vergangenheit kannst Du zufrieden anschauen. Andere aber erfüllen Dich mit Schamgefühl oder Sorge, ja sogar Verzweiflung, und Du möchtest lieber nicht daran erinnert werden. In Deinem Rucksack sind auch vergangene Sachen, die Du einfach vergessen hast. Diese haben Deine Seele vielleicht zu sehr verletzt und darum sind sie im Nebel des Vergessens versunken.



Aber gerade diese besonders schweren Sachen sind tief in Deine Seele graviert und die Erinnerungen kommen und gehen wenn Du sie grade nicht erwartest. Diese Erinnerungen möchtest Du am liebsten so schnell wie möglich los werden. Wenn sie wieder auftauchen scheint es als ob der Weg im Erdboden verschwindet oder zumindest auf einer Berg- und Talbahn gleicht. Du fühlst Dich verloren und ohne Hilfe. Du fühlst Dich so unglaublich allein dass Du nicht atmen kannst. Wenn es mal wieder so ist scheint das Endziel Deiner Reise für immer verschwunden zu sein.
Das ist aber nicht so. Du bist nie allein. Du hast immer Diejenigen an Deiner Seite die Dir helfen, Dich führen und einen möglichen Ausweg zeigen.

Dann auf einmal kreuzt ein wilder Fluss Deinen Weg. Du kannst das mit Moos bedeckte Ufer an der anderen Seite sehen, auch viele Bäume voll Obst. Tieren bewegen sich dort, die Sonne scheint sanft während die Bäume Schatten bieten.

Du hast nur eine Frage: Wie komm ich da hin? Der Fluss hat Hochwasser, ist tief und Du kannst nicht durchs Wasser zum anderen Ufer waten. Dann siehst Du einen breiten Ast, von einem der Bäume neben Dir, der auf den Boden gefallen ist. Noch ein Stück weiter liegen ein paar Bretter und ein Stück Seil. Nur Werkzeug ist nicht da.

Du setzt Dich auf einen kleinen Hügel und denkst nach. Mit den Brettern und dem Seil könntest Du ein Floss bauen aber das wäre zu klein für Dich. Du könntest den Ast über den Fluss legen aber Dein Gewicht mit dem Rucksack wäre zu viel für den Ast.


Es wird Dir deutlich dass Du Entscheidungen treffen musst. Du willst ans andere Ufer weil du fühlst dass dies sehr wichtig ist. Wie Du da hin kommen musst ist eine andere Sache. Du fragst Dich ab wie Du Dich leichter machen kannst.
„Habe ich das Essen noch nötig dass ich mitgebracht habe?” Die Antwort ist nein. Du siehst all das Obst am anderen Ufer und siehst ein dass das alte Brot nicht mehr nötig ist. Du wirfst es ins Wasser und du siehst dass ein Fisch es fängt und Du weißt dass Du einen hungrigen Fisch glücklich gemacht hast. Auch das nächste Stück wirfst Du rein und siehst wie der Fisch es wieder fängt und zufrieden ist. Das nächste Stück wirfst Du in die Luft und eine Möwe fängt es. Das letzte Stück legst Du ins gras und siehst wie Ameisen es schnell wegbringen.

Nun muss die zweite Entscheidung getroffen werden. “Was mach ich mit den Stiefeln?” Das andere Ufer ist voll mit weichem Moos also die Stiefel sind nicht mehr nötig. Du entschließt Dich die Stiefel einfach stehen zu lassen für einen glücklichen Finder. Du weißt dass Deine Entscheidung richtig war.

Letztendlich muss die dritte Entscheidung getroffen werden. Du begreifst dass Du das andere Ufer nur erreichen kannst wenn Du die Last die noch in Deinem Rucksack versteckt ist hinter Dir lässt: die Erinnerungen der Vergangenheit die Dir noch immer Mühe machen, Außerdem begreifst Du dass diese nicht mehr nötig sind am anderen Ufer. Dieses Begreifen erfüllt Dich auf einmal mit einem warmen Gefühl. Das Gefühl der Liebe – Licht und Befreiung – voll Frieden und Harmonie.

Der nächste Gedanke schleicht sich in Deinen Kopf: “Ich könnte ein kleines Floss machen für den Rucksack.” Gesagt getan. Wenn das Floss fertig ist legst Du den Rucksack drauf, dankst der Vergangenheit und Allem das Du getan hast und was es Dir gebracht hat und sagst dass Du es nicht länger nötig hast. Du sendest die Vergangenheit mit dem Floss auf die Wellen des Flusses und siehst es langsam weg treiben.

Du fühlst Dich unglaublich leicht und friedvoll. Du fühlst Dich schön weil Du weißt dass die Vergangenheit Dir nicht länger im Weg sitzt. Du kannst Dich erinnern aber es hindert Dich nicht mehr. Voll Freude und Glück schreist Du in den Wind dass Du frei bist.

Nun ist es Zeit um den Fluss zu überqueren. Du legst den Ast über den Fluss aber auf einmal ist das Wasser nicht mehr so hoch, die Wellen sind kleiner bis die Wasseroberfläche ganz glatt ist. Du lachst weil Du Dich auf einmal erinnerst dass Du eigentlich so übers Wasser laufen könntest. Aber weil noch immer ein bisschen des alten Ich’s übrig ist in Deinem System gehst Du doch über die selbstgebaute Brücke.

Im selben Augenblick dass Du das andere Ufer erreichst siehst Du X, die/der sich beeilt Dich zu begrüßen. Er/Sie umarmt Dich und sagt: “Willkommen, willkommen an dieser Seite des Flusses.” Du guckst Dich um und siehst viele Menschen die gekommen sind um dich zu begrüßen. Viele erkennst Du sofort. Andere kommen Dir bekannt vor aber Du weißt nicht sofort ihren Namen. Alle strahlen Liebe nach Dir aus und du fühlst Dich dankbar und voll Freude.
Aber du zögerst noch. “Welches Land ist dies?” fragst du. “Bin ich gestorben? Ist dies der Himmel?” Weil es sich hier so anders anfühlt dann bisher in Deinem Leben bist Du Dir nicht sicher noch auf der Erde zu sein wo alles soviel schwerer und weniger farbenfroh war.

“Nein,” antwortet X.“ Dies ist allein ein anderes Niveau des Seins, weil Du gerade die richtige Entscheidung getroffen hast kannst Du jetzt alles wörtlich in einem anderen Licht sehen. du kannst jetzt auch das Gute in den Menschen erkennen. Du warst so gewöhnt nur die negative Seite zu sehen. Nun kannst Du ohne Urteil und Vorurteil leben und das ist viel entspannter dann bisher.”

“Wir gratulieren Dir alle weil Du es Dir möglich gemacht hast diesen Schritt zu machen. Du kannst stolz sein auf Dich für diese Entscheidung. Natürlich war Werkzeug vorhanden dass Du nötig hattest um den Fluss zu überqueren, aber diese Werkzeuge wurden Dir Dein ganzes leben gegeben und es war immer das richtige Werkzeug für den Augenblick. Aber auch das beste Werkzeug kann nicht funktionieren wenn niemand es gut gebraucht. Du hast es gut gebraucht.”

“Und nun, Geliebte, frage ich Dich um Dein neues Leben an zu fangen. Grüsse die Menschen die hier versammelt sind und sage ihnen dass Du ihnen nun anders begegnen wirst. Der Weg an der Stelle über den Fluss…”