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Die Nada Chroniken, Lieferung 26

Übersetzung: Ashtara-Linara

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Vergebung


© Judith Brockhuis 2004


Hallo Vati,

Vergebung ist ein Konzept mit vielen Aspekten. Ihr wisst es selbst nur zu gut, Daddy, dass es für Dich und Mami sehr schwierig zu akzeptieren gewesen ist, dass ich – die Seele, welche so eine kurze Zeit Judith war – da war und plötzlich nicht mehr. [Judith kam auf diese Erde und verließ sie am gleichen Tag wieder.] Das hat Euch, ähnlich anderen Situationen, eine Menge Kummer bereitet. Gleich nach der Traurigkeit verursacht es Ärger, Unglauben, Schrecken und einen großen Teil anderer Emotionen, die hart und überhaupt nicht erklärbar sind.

Das ist mehr als verständlich. Speziell die Mutter, die das Kind für neun Monate unter ihrem Herzen in ihrem eigenen Leib trug, die dem Kind Nahrung und Aufmerksamkeit gegeben hat, die in den Wehen lag. Die Mutter wird plötzlich dessen beraubt, auf das sie intensiv gewartet hat. Es ist ein enormer Schock für sie, dass alles anders läuft als gedacht.

Der Vater und mögliche andere Geschwister bekommen ebenfalls einen Teil des Traumas ab, welches das Sterben allgemein und im besonderen das eines Babies mit sich bringt. 'Verlassen ist ein wenig wie sterben' sagt der Franzose, und analog dazu kann man sagen dass Sterben ein wenig wie 'Auf wiedersehen' sagen ist, weil es auch so ist. Für die Hinterbliebenen ist der Tod das Ende, etwas, was nicht ungeschehen zu machen ist.

Und das ist etwas, wo die Menschheit allgemein damit Schwierigkeiten hat. Der Mensch sollte immer danach suchen, Dinge für sich selbst oder seinen Landsmann zu verbessern, etwas, was den Weg angenehmer oder Dinge ungeschehen macht. Sterben ist das einzig Sichere hier auf der Erde, aber wenn man die Möglichkeit hat, es aus einem erweiterten Blickwinkel zu sehen, wirst Du feststellen, dass es sicher möglich ist, etwas 'für das Sterben' zu tun. Und das ist, neben anderen Dingen, vergeben.

Versuche, es aus unserer Perspektive zu betrachten, aus der 'anderen Welt', dem 'Nirvana' oder wie immer Du es nennen magst. Wenn jemand von der Erde genommen wird oder auf diese Seite des Schleiers geht, wird er oder dieser Geist gleichzeitig auf liebevolle Weise von uns empfangen. Er oder sie wird auf eine Weise hier geboren, und das ist allemal immer ein Fest wert. Übrigens, wir lieben hier Feste, aber im Unterschied zur Erde trinken wir nicht so viel wie Ihr auf der Erde bei so einem Anlass. Aber wie auch immer, ich kehre zu unsrem Thema, der Vergebung, zurück.

Wenn Du einmal weißt, dass eine Seele nach ihrem Übertritt hier liebevoll aufgenommen ist und zu einem Ort geführt wird, wo sie sich von der ermüdenden Reise erholen kann, wird das ganze Konzept des Sterbens in eine andere Perspektive versetzt, und Du kannst Dich selbst fragen, ob es Dir möglich ist, den Verlust des geliebten Menschen Dir selbst zu verzeihen. Natürlich – ihre physische Erscheinung ist weg. Abrupt, oder in einem Zeitraum, in welchem es langsam klar wurde, dass sich der Zustand des geliebten Sterbenden so sehr verschlechtert, dass es unausweichlich ist, dass sein Leben langsam endet.

Immer noch ist der Moment des Sterbens jedes Mal ein Schock, niemals willkommen und fast immer traumatisch. Aber wenn Du den schlimmsten Schockzustand nach einer Weile überwunden hast, wenn Du an diesem Punkt angekommen bist, mag eine Zeit kommen, wirst Du feststellen, dass diese Person aller Bewertung nach wahrscheinlich 'zu jung' verstorben ist, aber dass es eine Erleichterung für den Geist dieser Person war, die Erde verlassen zu können.

Ich weiß, Daddy, keine Situation gleicht einer anderen, aber es gibt Ähnlichkeiten. In dem Moment, in dem Seele A geht, hat das etwas zu bedeuten, hat es einen Zweck. Vielleicht gerissen für die Hinterbliebenen, aber es gab sicher ein Ziel. War es genug? Waren die Lektionen gelernt? War der Geist so müde, dass es Zeit war, zu gehen und es wieder zu einer anderen Gelegenheit geschehen zu lassen? Es kann viele Gründe für das Sterben einer Person zu diesem Zeitpunkt geben, und wenn Du das begreifst, wird es einfacher, denen, die dafür verantwortlich sind, zu vergeben. 'Warum er?' 'Warum starb sie so jung? Sie hatte noch ein ganzes Leben vor sich.' 'Er hat diese furchtbare Krankheit nicht verdient!' 'Gut! Sie hatte Glück; sie bemerkte es nicht einmal, als sie starb.' Das sind einige der Dinge, die Menschen sagen, wenn sie jemanden, den sie lieben gehen lassen müssen.

Sei Dir sicher, dass diejenigen, die wir lieben, auf der anderen Seite der Schleier weiterleben und oft versuchen, die Hinterbliebenen zu erreichen. Du hast es selbst herausgefunden, Daddy, als ich Dir als erwachsene Frau am 8. November 1998 erschien. Was war das für ein wunder-voller Moment. Ich werde mich immer an Dein überraschtes, glückliches und bewegtes Gesicht erinnern. In diesem Moment hast Du verstanden, und es war Dir möglich, zu vergeben. 'Unserem lieben Herrn' zu vergeben, der mich, 'Judith', Euch so plötzlich aus Euerem Leben wegnahm. Das war es, was es damals war.

Du warst und bist immer noch ein wenig ärgerlich und traurig darüber, 'was damals passiert ist'. Die Lackschicht ist noch immer so dünn. Ich kann das sehr gut verstehen. Das gleiche passierte 'mir' während anderer Gelegenheiten, und eine meiner Lektionen war, es selbst zu erfahren und selbst der 'Grund' zu sein. Es war eine harte Lektion. Für Dich, aber genauso für mich, und wenn es für Dich an der Zeit ist, durch die Schleier zu gehen, werden wir es Dir klarmachen, weil dies hier nicht die Gelegenheit ist, näher darauf einzugehen.

Natürlich ist Vergebung noch viel mehr, aber wenn Du gelernt hast, in den Angelegenheiten des Lebens und des Todes zu vergeben, wird es für Dich einfacher sein, in irdischen oder materiellen Dingen zu vergeben. Vergebung, Daddy, ist ein Zeigen der Liebe, und Liebe ist das, was das Leben selbst ist, 'unterhalb der Treppen' genauso wie 'überhalb', weißt Du?

Danke, Daddy, dass Du mir zugehört hast und es mit Deinen Lesern teilst.

Ich werde nun meinen eigenen Weg gehen.
Weiter weg als jemals zuvor.
Meine Reise bringt mir an Orte weit, weit fort.
Manchmal bin ich noch da, um 'Hallo' zu sagen.
Sieh das Licht, das für Dich scheint, und lächle.
Die Trauerarbeit dauert so lange, wie Du willst, dass sie anhalten soll.
Sogar hier sind neue Zeiten angebrochen.
Ich wache über Euch.

Judith